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Servicewüste Deutschland – Mein privates Blog

11. Januar 2016

So macht’s die Schweiz

Abgelegt unter: Top — Thomas @ 18:27

Daumen hochDieser Artikel fällt in doppelter Hinsicht aus dem Schema dieses Blogs: Zum einen geht es nicht um ein deutsches, sondern um ein schweizerisches Unternehmen. Zum anderen ist es einer der wenigen Artikel mit dem „Daumen hoch“, wobei hier zwar das ursprüngliche Problem nicht abschließend gelöst wurde, der Kundenservice des Herstellers sich aber wirklich Mühe gegeben hat, sodass dies die einzig faire Bewertung ist.

Also zu der Geschichte:

An meiner Kaffeemaschine blinkte das rote Licht „Entkalken“. Umzug sei Dank war weder die Bedienungsanleitung der Maschine noch der Entkalker zu finden. Nun gut, für ersteres gibt es das Internet, für letzteres den Supermarkt.

Erworben habe ich den Entkalker „durgol swiss espresso“ der Schweizer Düring AG, der laut Packungsaufdruck „für alle Kaffeemaschinen“ geeignet sein soll.

In der als PDF im Internet aufgefundenen Bedienungsanleitung meiner Kaffeemaschine lese ich:

Das Entkalkungsmittel mit Wasser verdünnt in den Tank geben (dabei das Mischverhältnis auf der Packung des Entkalkungsmittels beachten).

So weit, so gut. Leider steht in der Bedienungsanleitung des Entkalkers für die Anwendung in Kaffeemaschinen mit automatischem Entkalkungsprogramm:

Den Tank zusätzlich mit Wasser füllen, bis die vom Maschinenhersteller empfohlene Gesamtmenge erreicht ist.

Das ist natürlich sehr hilfreich. Da mir nichts besseres einfiel, schaute ich in der Entkalker-Bedienungsanleitung in den Abschnitt „Manuell“, da steht:

Den Tank zusätzlich mit der gleichen Menge Wasser (125 ml) füllen.

In Ermangelung einer besseren Information machte ich das also. Laut Bedienungsanleitung der Kaffeemaschine:

Das Entkalkungsprogramm führt automatisch eine Reihe von Spülzyklen und Pausen durch, um die Kalkverkrustungen in der Kaffeemaschine zu beseitigen. Nach ca. 30 Minuten ist der Wassertank leer, die Kontrolllampe leuchtet auf

Leider leuchtete die Wasser-Leer-Lampe schon nach ca. 1 Minute auf. Offensichtlich war das also deutlich zu wenig Wasser. Leider ließ sich das Automatik-Programm dann auch nicht wieder dazu bewegen, das Programm von vorn zu starten, nachdem ich mehr Wasser eingefüllt hatte.

Weil ich mich darüber dann doch sehr geärgert hatte, schrieb ich also einem E-Mail an Düring. Am nächsten Tag kündigte man mir an, dass sich ihr „Entkalkungsexperte“ bei mir melden würde.

Und tatsächlich erhielt ich in der Woche darauf auch den versprochenen Anruf. Ein sehr freundlicher Anruf von einem sehr kompetenten Herrn, der mir mit schweizerischer Gelassenheit in einem fast 20-minütigen Gespräch erklärte, dass ich zu doof war. Nein, ich war natürlich nicht zu doof, ich hab es nur nicht richtig gemacht. Er stellte sich auf den Standpunkt, dass es ihnen unmöglich sei, für alle Kaffeemaschinen die passenden Angaben zu machen. Insofern müsste ich mich beim Hersteller meiner Kaffeemaschine beschweren. Dass ich das nicht kann, weil ja in der Bedienungsanleitung der Kaffeemaschine steht, dass ich nur das Hausprodukt des Maschinenherstellers zum Entkalken benutzen darf und er dann außen vor wäre, wollte er aber auch nicht gelten lassen. Vielmehr hätte ich, wenn ich mit der Bedienungsanleitung nicht zurecht komme, einfach die dort angegebene kostenfreie Rufnummer anrufen sollen und da hätte man mir dann sagen können, was ich hätte tun sollen.

Jedenfalls war er der Meinung, dass meine Kaffeemaschine trotz des extrem verkürzten Entkalkungsvorgangs gut genug entkalkt sei.

Und für die Zukunft soll ich mir notieren, dass ich die 125 ml Entkalkungsflüssigkeit auf 1 Liter Wasser auffüllen soll.

Also, falls irgendwer mal eine DeLonghi Magnifica mit „durgol swiss espresso“ entkalken will, sich einfach an dieses Mischungsverhältnis halten … oder aber die kostenlose Hotline anrufen und fragen! 🙂