Servicewüste Deutschland – Mein privates Blog

26. Januar 2012

Schwarze Schafe bei Amazon

Abgelegt unter: Flop — Thomas @ 12:40

Daumen runterEigentlich bin ich ja Amazon-Fan: Riesige Auswahl, günstige Preise, kostenlose Lieferung, Kreditkartenzahlung ohne Aufschläge akzeptiert und rasend schnelle Bearbeitung und Lieferung.

Schwieriger wird es bei den Drittanbietern, die sich auf den Amazon-Webseiten tummeln, was dem einen oder anderen Amazon-Kunden vielleicht gar nicht bewusst ist.

Unterscheiden muss man da zwischen den reinen “Marketplace”-Anbietern, für die Amazon nur das Inkasso macht und die Versand und alles weitere selbst organisieren. Hier hat man i. d. R. einen direkten Kontakt zu den Lieferanten und kann ggf. nötige Nachfragen im Amazon-Shop über einen Button “Händler kontaktieren” erledigen. Auch hier habe ich nur gute Erfahrungen gemacht.

Haariger wird es beim “Versand durch Amazon”. Für diese Händler führt Amazon nicht nur Inkasso, sondern auch den Versand durch. Auf den ersten Blick klingt das gut, führt das doch dazu, dass beispielsweise die 20-€-Grenze, ab der versandkostenfrei geliefert wird, so durch gemeinsame Bestellung mit anderen Amazon-Artikeln erreicht werden kann.

Was dabei unangenehm ist: Die Sendung enthält keine Rechnung, bzw. nur eine über die bei Amazon gekauften Artikel, nicht aber über die Artikel der Drittanbieter. Und: Es gibt ggf. keine Möglichkeit, den Händler zu kontaktieren, da die Händlerseite bei Amazon evtl. nur spärliche Informationen enthält und der sonst übliche “Händler kontaktieren”-Button nicht existiert. Es ist in diesem Fall dann nur möglich, Amazon zu kontaktieren, die aber können natürlich keine Rechnung für diesen Artikel schreiben, können nur den Händler bitten, das zu erledigen. Aber wenn der das nicht macht – wie bei mir zuletzt geschehen – steht man erst einmal dumm da:

Amazon: “Ich bitte um Ihr Verständnis, dass wir Ihnen hier leider nicht weiterhelfen können.”

Ganz toll.

Man könnte meinen, dass einem die Händlerbewertungen hier helfen. Allerdings stimmt das nur bedingt. Dieser Händler hatte beispielsweise einen großen Umsatz und in den 1.500 Bewertungen pro Monat, offensichtlich fast ausschließlich mit Privatkunden, denen die fehlende Rechnung egal ist, gehen die negativen Bewertungen unter. Insbesondere weil Amazon extrem schlechte Bewertungen auf Grund fehlender Rechnungen dann auch noch streicht:

Nachricht von Amazon: “Dieser Artikel wurde durch Amazon versendet. Amazon übernimmt die Verantwortung für den geleisteten Service.”

… was offensichtlich nicht stimmt, wenn man das Zitat von oben betrachtet.

Einziger Trost: Bei Wunsch nach Rückabwicklung hat Amazon die Ware zurückgenommen und den gesamten Preis erstattet, einschließlich der Versandkosten für die Rücksendung.

2 Kommentare »

  1. ich möchte mich nur kurz bedanken für diese interessante Information. Ich hatte mir dazu noch gar keine Gedanken gemacht.Mich stört bei Amazon eigentlich auch, dass die Firma anscheinend sehr viele Leute nur auf Abruf angestellt hat!

    Kommentar von Martina Ramsauer — 22. März 2012 @ 10:58

  2. Sehe ich genauso, meiner Meinung macht sich Amazon hier auch strafbar, weil es ja der Empfänger des Geldes ist und die sich aber dann lapidar als nicht zuständig deklarieren. Weiters sollte sich die Finanz für diese Dinge interessieren, da ja offensichtlich System dahinter steckt, daß da sehr häufig keine Rechnungen ausgestellt werden sondern nur irgendein völlig unbrauchbarer Kaufbeleg (mit dem Verweis es handelt sich nicht um eine Umsatzsteuerrechnung) mitkommt.
    Ich hoffe jemand macht sich mal den Aufwand und verklagt Amazon, bzw. die Finanz prüft das mal ordentlich nach was hier abgeht.

    Kommentar von Tibor — 16. Februar 2014 @ 02:58

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Erste Version 13. März 2010 - Letzte Äderung 16.04.2013 17:21

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